TRNC-Präsident ruft zu einem Kompromiss in der Kopftuchfrage an Schulen auf
Ersin Tatar, der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC), sprach sich zu dem aktuellen Problem einer Schülerin aus, die ein Kopftuch trägt. Der Präsident forderte Kompromissbereitschaft und gesunden Menschenverstand und versicherte der Öffentlichkeit, dass der Staat alle notwendigen Maßnahmen ergreifen werde, um die Situation zu lösen. Er betonte auch, dass alle beleidigenden oder radikalen Aussagen sowohl von der Polizei als auch vom Generalstaatsanwalt untersucht werden sollten.
"Liebe türkische Zyprioten, es betrübt mich zu sehen, dass die jüngsten Diskussionen über die Bitte eines jungen Mädchens, die Schule mit Kopftuch zu besuchen, tiefe Gräben in unserer Gesellschaft gezogen haben. Solche Debatten, befeuert durch extreme Rhetorik, sind schädlich, fördern Diskriminierung und bedrohen den sozialen Frieden, den wir so hart erarbeitet haben," erklärte Präsident Tatar.
Der Vorfall, der eine erhebliche öffentliche Empörung ausgelöst hat, ereignete sich am Freitag, den 28. März, an der Irsen Kucuk High School in Nikosia. Die Familie eines Schülers brachte ihre Tochter mit Kopftuch zur Schule, doch ihr wurde der Besuch des Unterrichts aufgrund der internen Schulvorschriften verweigert. Diese Entscheidung löste einen spontanen Protest aus, und die Familie verließ daraufhin die Schule.
Nach dem Konflikt griffen Beamte des Ministeriums für Bildung ein, um zu versuchen, die Situation zu lösen. Doch während eines Treffens mit der Schulverwaltung kollabierte der Direktor und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Nach dem Vorfall gab Selma Aylem, die Vorsitzende der Lehrervereinigung, eine starke Erklärung ab, in der sie den sofortigen Rücktritt von Nazım Çavuşoğlu, dem Bildungsminister, forderte. Viele Lehrer, die die Prinzipien einer säkularen Bildung unterstützen, unterstützten ihren Aufruf.
Es ist auch erwähnenswert, dass die TRNC-Behörden zuvor einen neu eingeführten Disziplinarkodex zurückzogen, der das Tragen von Kopftüchern in Schulen erlaubte. Diese Entscheidung hatte eine erhebliche öffentliche Debatte ausgelöst.
Ministerpräsident Ünal Üstel berief eine Notfallbesprechung mit Vertretern verschiedener Bildungsorganisationen, politischer Parteien und der Anwaltskammer ein. Die Besprechung konnte jedoch keinen Kompromiss in dieser Angelegenheit erzielen.
Präsident Tatar versicherte der Öffentlichkeit, dass die Regierung auf einen Konsens hinarbeitet, um Vorfälle wie den aktuellen in Zukunft zu vermeiden. Das Amt des Generalstaatsanwalts und die Polizei werden die Angelegenheit weiter untersuchen.
"Als Garant für Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit kann ich es nicht zulassen, dass diese Spaltungen weiter bestehen. Ich werde mich mit dem Polizeichef und dem Generalstaatsanwalt treffen, um sicherzustellen, dass Maßnahmen gemäß dem Gesetz ergriffen werden," schloss Präsident Tatar.