Experte: Hantavirus-Ausbruch auf der MV Hondius bedroht Zypern nicht

Petros Karayiannis, Professor für Mikrobiologie und molekulare Virologie, erklärte, dass die auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius festgestellten Hantavirus-Fälle keine Bedrohung für Zypern oder die Weltöffentlichkeit darstellen. Seinen Worten zufolge handelt es sich nicht um ein neues Virus — es ist seit mehr als einem halben Jahrhundert bekannt und wurde bereits in Asien, Europa und Amerika registriert.
In einem Interview mit dem Radiosender „POLITIS“ erklärte der Wissenschaftler, dass auf dem Liner ein amerikanischer Hantavirus-Stamm entdeckt wurde, der das Lungensyndrom verursacht. Diese Variante zeichnet sich durch eine hohe Sterblichkeitsrate von etwa 40 % aus. Ein anderer Typ des Virus verursacht hämorrhagisches Fieber mit Nierenschädigung und tritt häufiger in fernöstlichen Ländern auf.
Der Spezialist wies darauf hin, dass es bisher keine spezifische Behandlung oder einen Impfstoff gegen das Hantavirus gibt. Aus diesem Grund stehen infizierte Passagiere und deren Kontaktpersonen unter strenger Beobachtung und langwieriger Isolation. Die Inkubationszeit des Virus kann ein bis acht Wochen betragen, und die Quarantäne für Kontaktpersonen beträgt 45 Tage.
Laut Karayiannis wird das Virus hauptsächlich über Exkremente, Urin und Speichel von Nagetieren übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, kommt jedoch äußerst selten vor und erfordert sehr engen Kontakt. Der Wissenschaftler vermutet, dass sich der erste Patient in Argentinien bei der Vogelbeobachtung auf einer Mülldeponie infiziert haben könnte.
An Bord des Liners, wo sich die Passagiere auf engem Raum in Kabinen und Korridoren aufhielten, entstanden Bedingungen für eine begrenzte Ausbreitung der Infektion. Dabei betonte der Professor, dass sich unter den Passagieren keine zyprischen Staatsbürger befanden, jedoch ein griechischer Staatsbürger in einem Krankenhaus in Athen behandelt wird.
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