Vor Girne wurden 172 Menschen von einem gesunkenen Schiff gerettet, sechs kamen ums Leben
Die Rettungsaktion vor der Küste von Girne im Norden Zyperns dauert an: Von den 267 Menschen an Bord des gesunkenen Passagierkatamarans wurden 172 gerettet, sechs kamen ums Leben. Das erklärte der Ministerpräsident der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ), Ünal Üstel, am 30. August.

Das Schiff der Reederei Filo Denizcilik hatte den Hafen von Girne verlassen und kenterte etwa 7 km vom Ufer entfernt in der Nähe des Strands Diana Beach. Nach Angaben des Ministerpräsidenten befanden sich 258 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder an Bord. Zuvor hatte Verkehrsminister Erhan Arıklı andere Zahlen genannt – 259 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder –, während der Bürgermeister von Girne, Murat Şenkül, von 270 Menschen an Bord gesprochen hatte.
„Wir haben alle staatlichen Institutionen für die Rettungsarbeiten mobilisiert. Jeder Mensch, den wir retten, ist uns wichtig“, sagte Üstel im Hafen von Girne. An dem Einsatz sind die Küstenwachen der TRNZ und der Türkei, der Zivilschutz, Hubschrauber, das Schiff Express des Unternehmens Akgünler sowie Dutzende private Boote beteiligt, die sich in der Nähe befanden.
Das Gesundheitsministerium der TRNZ teilte mit, dass sowohl im Hafen als auch in staatlichen und privaten Krankenhäusern Maßnahmen ergriffen wurden: Medizinische Teams wurden aufgestellt und das Personal maximal mobilisiert. Der Bürgermeister von Girne bezeichnete die Lage als sehr ernst und rief die Bevölkerung dazu auf, keine ungeprüften Informationen zu verbreiten.
Unter dem Vorsitz Üstels trat ein Krisenstab zusammen. An der Sitzung nahmen der Präsident der TRNZ, Tufan Erhürman, die Minister für Verkehr, Gesundheit, Inneres, Finanzen und Landwirtschaft, der Kommandeur der türkischen Streitkräfte auf Zypern, der Polizeichef und der Leiter des Zivilschutzes teil. Die Zahl der offiziell als vermisst gemeldeten Personen wurde nicht genannt.
Aufgrund des Unglücks wurden die für den 30. August geplanten regionalen Feierlichkeiten zum Tag des Sieges abgesagt. Dies teilte Asu Muhtaroğlu, Vorsitzende des Zentralkomitees für die Feierlichkeiten zu den Nationalfeiertagen und Protokolldirektorin, mit.
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