Zypern kann endlich aufatmen: Stauseen doppelt so voll, Wasserzufluss versechsfacht
Nach mehreren schwierigen Jahren hat die Insel nun das bekommen, woran es ihr besonders mangelte — Wasser. Einige Stauseen sind bereits fast voll, einer hat sogar einen Füllstand von 100 % erreicht.
Zypern hat eine unerwartete Verschnaufpause bei einem Problem erhalten, das für die Insel in den vergangenen Jahren zunehmend schmerzhafter wird: den Süßwasserreserven. Die Stauseen haben sich deutlich erholt, und die ihnen zufließende Wassermenge ist um ein Vielfaches gestiegen.
Nach Angaben des Wasserentwicklungsamtes sind die zyprischen Stauseen derzeit im Durchschnitt zu 39 % gefüllt. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres hatte dieser Wert nur 16,1 % betragen.
In absoluten Zahlen fällt der Zuwachs noch beeindruckender aus — die Wassermenge ist um rund 66,747 Millionen Kubikmeter gestiegen.
Die wichtigsten Stauseen Zyperns wirken nicht mehr leer
Am meisten Wasser befindet sich derzeit im Kouris-Stausee — rund 45,791 Millionen Kubikmeter, also 39,8 % seines Gesamtfassungsvermögens.
Es folgen Asprokremmos und Evretou mit 20,461 Millionen beziehungsweise 10,501 Millionen Kubikmetern Wasser. Das entspricht 39,1 % beziehungsweise 43,8 % ihres Fassungsvermögens.
Noch vor einem Jahr war das Bild deutlich beunruhigender. Damals war Kouris nur zu 14,2 % gefüllt, Asprokremmos zu 15,4 % und Evretou zu 17,1 %.
Mit anderen Worten: Die größten Reservoirs der Insel haben innerhalb eines Jahres einen echten Sprung gemacht.
Kleiner Stausee — dafür 100 % Wasser
Wenn man nicht auf die gespeicherten Wassermengen, sondern auf den Füllstand in Prozent schaut, liegt ein ganz anderer Stausee vorn.
Der Kalopanagiotis-Stausee ist zu 100 % gefüllt. Er enthält rund 0,363 Millionen Kubikmeter Wasser.
Auf dem zweiten Platz liegt Xyliatos mit einem Füllstand von 87 %, auf dem dritten Vizakia mit 83,8 %.
Allerdings ist ein direkter Vergleich mit Kouris nicht ganz korrekt: Es handelt sich um deutlich kleinere Reservoirs. Das Fassungsvermögen von Xyliatos beträgt rund 1,430 Millionen Kubikmeter, das von Vizakia 1,690 Millionen.
Für die Wasserressourcen der Insel ist dennoch jeder vollständig gefüllte Stausee von Bedeutung.
Mavrokolympos: von null auf fast 60 %
Eines der aufschlussreichsten Beispiele ist der Mavrokolympos-Stausee.
Vor einem Jahr war er praktisch leer — der Füllstand betrug 0 %. Heute befinden sich dort bereits rund 1,283 Millionen Kubikmeter Wasser, und der Füllstand hat 58,9 % erreicht.
Für eine Insel, die regelmäßig mit Dürren und Wasserknappheit zu kämpfen hat, ist diese Entwicklung besonders bemerkenswert.
Das Wasser fließt: Zufluss versechsfacht
Die wohl beeindruckendste Zahl betrifft jedoch nicht die Reserven, sondern den Wasserzufluss selbst.
Seit Oktober 2025 sind bis heute 115,688 Millionen Kubikmeter Wasser in die zyprischen Stauseen geflossen.
Das ist etwa sechsmal mehr als im Zeitraum von Oktober 2024 bis September 2025.
Besonders stark war der März. Damals war der Wasserzufluss in die Stauseen so hoch wie in keinem vergleichbaren Monat der vergangenen zehn Jahre.
Eine Verschnaufpause, aber kein Grund, das Problem zu vergessen
Vor dem Hintergrund der seit Jahren anhaltenden Diskussionen über Dürren, sinkende Reserven und die zunehmende Belastung der Wasserressourcen wirken die aktuellen Zahlen fast wie ein Geschenk der Natur.
Doch zu dem Schluss zu kommen, dass das Problem der Wasserknappheit auf Zypern endgültig gelöst ist, wäre verfrüht. Selbst bei den aktuellen Mengen beträgt der durchschnittliche Füllstand der Stauseen weniger als die Hälfte ihres gemeinsamen Fassungsvermögens.
Vorerst hat die Insel jedoch das bekommen, woran es ihr in den vergangenen Jahren akut mangelte: Wasser in den Reservoirs und Hoffnung auf eine ruhigere Saison.
Die entscheidende Frage lautet nun nicht mehr nur, wie viel Wasser gespeichert werden konnte, sondern auch, wie umsichtig Zypern mit diesen Reserven bis zur nächsten Trockenperiode umgehen kann.
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