Gesundheitsministerium Zyperns ruft dazu auf, Zentren mit fragwürdigen Verfahren zu melden
Das Gesundheitsministerium Zyperns hat die Bürger dazu aufgerufen, medizinische Zentren und Einrichtungen zu melden, in denen fragwürdige Verfahren ohne genehmigte Standards durchgeführt werden. Der Aufruf stammt von der leitenden Ministeriumsmitarbeiterin Carolina Stylianou — Anlass waren Aussagen von Ärzten über eine Plasmapherese in einem nicht lizenzierten Zentrum.

Der kardiothorakale Chirurg Marinos Soteriou, Mitbegründer der Klinik American Medical Centre in Nikosia, berichtete, dass eine Patientin nach einer Plasmapherese in einem Zentrum in Larnaka mit umfangreichen Thrombosen auf die Intensivstation eingeliefert worden sei. Seinen Angaben zufolge verfügte das Zentrum nicht über die erforderlichen Lizenzen. Das Leben der Frau war in Gefahr, inzwischen hat sie sich erholt.
Die Polizei teilte mit, dass das Schreiben des Gesundheitsministeriums zu dieser Patientin bereits im November 2023 eingegangen sei. „Die Prüfung des Falls ergab keine ausreichenden Beweise für eine Straftat“, heißt es in der Erklärung. Die Unterlagen wurden an den Juristischen Dienst weitergeleitet, der zum selben Schluss kam.
Stylianou erklärte, das betreffende Zentrum habe seit 2022 gearbeitet und sei geschlossen worden, nachdem Mitarbeiter des Ministeriums vor Ort gewesen seien. Die Anzeige bei der Polizei habe das Ministerium selbst erstattet. Von dem von Soteriou beschriebenen Vorfall sei ihr nichts bekannt.
Ihr zufolge erlaubt das Gesetz eine strenge Kontrolle von Gesundheitseinrichtungen und Tageskliniken — sowohl der Räumlichkeiten und der Ausstattung als auch der angebotenen Leistungen. Das Ministerium nimmt alle Meldungen entgegen, auch anonyme. „Die Bürger sollten nicht in Panik geraten, aber vorsichtig sein“, betonte Stylianou.
Die Plasmapherese selbst, so Soteriou, sei ein anerkanntes Verfahren mit strengen Protokollen, das Leben rette, und sollte nicht verteufelt werden. Das Problem bestehe darin, dass sie außerhalb der Protokolle angewendet und als Mittel zur Verjüngung beworben werde, während Gesetzeslücken die Schließung solcher Zentren erschwerten. Das Gesundheitsministerium warnte die Zyprer zudem vor beworbenen alternativen Behandlungsmethoden.
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