Große Brüste helfen Radrennfahrerinnen, schneller zu fahren: Bei der „Tour de France“ ist ein ungewöhnlicher Skandal entbrannt
Bei der Frauenversion des Etappenrennens Tour de France Femmes ist ein ungewöhnlicher Streit entbrannt. Mehrere Teams verdächtigten ihre Konkurrentinnen, Sport-BHs mit zusätzlichen Einsätzen zu verwenden, die nicht nur das Brustvolumen vergrößern, sondern auch die Aerodynamik bei Einzelzeitfahren verbessern könnten.
Anlass für die Beschwerden waren die sogenannten «chest fairings» («Brustverkleidungen») — unter der Rennkleidung verborgene weiche Einsätze, die die Körperform verändern und den Luftstrom glätten. Eine 2024 im Journal of Wind Engineering and Industrial Aerodynamics veröffentlichte Studie zeigte, dass eine solche Modifikation den Luftwiderstand um etwa 3,6 % verringern und einen Vorteil von bis zu 0,78 Sekunden pro Kilometer bringen kann. Bei einem 20 Kilometer langen Zeitfahren könnte dies einen Vorsprung von mehr als 15 Sekunden bedeuten — oft genau so viel, wie den Sieger vom Rest der Podiumsplätze trennt.
Die Verwendung solcher Vorrichtungen ist nach den Regeln des Internationalen Radsportverbands (UCI) bereits verboten. Das Reglement untersagt Kleidung und zusätzliche Elemente, die die Körperform der Athletinnen und Athleten künstlich verändern, um einen aerodynamischen Vorteil zu erzielen. Nach Beschwerden mehrerer Teams kündigte die UCI an, dass die Kommissare vor dem Einzelzeitfahren der Überprüfung der Ausrüstung besondere Aufmerksamkeit widmen werden, darunter Sport-BHs und andere Kleidungsstücke.
Wichtig ist jedoch, dass bislang weder von Disqualifikationen noch von offiziell bestätigten Verstößen berichtet wurde. Der Skandal beruht auf dem Verdacht von Konkurrentinnen und der Diskussion über eine mögliche Regellücke, auch wenn wissenschaftliche Studien tatsächlich bestätigen, dass eine solche Form der «Verkleidung» einen messbaren Vorteil bringen kann.
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