Google verliert den Rechtsstreit vor der Europäischen Union endgültig: Das Unternehmen muss eine Rekordstrafe von mehr als 4 Milliarden Euro zahlen
Der jahrelange Rechtsstreit zwischen Google und der Europäischen Union ist mit einer Niederlage des US-amerikanischen IT-Giganten zu Ende gegangen. Die höchste gerichtliche Instanz der EU — der Gerichtshof der Europäischen Union — hat die letzte Berufung des Unternehmens zurückgewiesen und die Geldstrafe in Höhe von 4,125 Milliarden Euro (rund 4,7 Milliarden US-Dollar) wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht bei der Förderung von Android endgültig bestätigt.
Dies ist einer der lautesten und kostspieligsten Kartellfälle in der Geschichte der weltweiten Technologiebranche.
Worin Google beschuldigt wurde
Die Untersuchung der Europäischen Kommission begann bereits 2015, und 2018 kam die Behörde zu dem Schluss, dass Google seine dominante Stellung von Android genutzt habe, um das eigene Ökosystem zu stärken.
Nach Darstellung der europäischen Behörden:
— verlangte das Unternehmen von Smartphone-Herstellern, Google Search und Google Chrome vorzuinstallieren, wenn sie eine Lizenz für Google Play erhalten wollten;
— beschränkte es die Einführung von Geräten auf alternativen Android-Versionen (den sogenannten Android Forks);
— schloss es Vereinbarungen mit Herstellern und Mobilfunkanbietern und förderte so die exklusive Nutzung von Google-Diensten.
Nach Ansicht des Gerichts schränkten solche Bedingungen den Wettbewerb erheblich ein und verringerten die Chancen anderer Suchmaschinen und Browser, auf die Geräte der Nutzer zu gelangen.
Warum die Strafe niedriger ausfiel
Ursprünglich verhängte die Europäische Kommission gegen Google eine Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro.
Im Jahr 2022 bestätigte das Gericht der Europäischen Union die meisten Feststellungen der Behörde, senkte die Summe jedoch leicht auf 4,125 Milliarden Euro, da es einzelne Elemente der Strafberechnung für überzogen hielt. Danach versuchte Google, eine vollständige Aufhebung der Entscheidung zu erreichen, doch nun hat der Gerichtshof der Europäischen Union den Streit endgültig beendet. Weitere Möglichkeiten zur Anfechtung sind dem Unternehmen praktisch nicht mehr geblieben.
Wie Google reagierte
Google erklärte, Android sei immer eine offene Plattform gewesen, die Smartphone-Herstellern und Entwicklern mehr Möglichkeiten geboten habe, mit Apple zu konkurrieren.
Das Unternehmen betonte außerdem, dass es bereits nach dem Beschluss der Europäischen Kommission im Jahr 2018 die Lizenzierungsregeln für Android in Europa geändert und sein Geschäftsmodell an die Anforderungen der Regulierungsbehörden angepasst habe.
Warum diese Entscheidung wichtig ist
Dieses Verfahren wurde zu einem Symbol des jahrelangen Kampfes der Europäischen Union gegen die größten Technologiekonzerne.
In den vergangenen zehn Jahren hat Google in Europa bereits Geldstrafen von fast 11 Milliarden Euro in mehreren Kartellverfahren erhalten, die mit der Suchmaschine, Android und dem Werbegeschäft zusammenhingen. Die Gerichtsentscheidung stärkt zudem die Position der europäischen Regulierungsbehörden bei der Anwendung neuer Gesetze, einschließlich des Digital Markets Act, der noch strengere Regeln für die größten digitalen Plattformen einführt.
Was das für die Nutzer bedeutet
Für gewöhnliche Besitzer von Android-Smartphones ändert sich zunächst nichts. Solche Entscheidungen machen den Markt jedoch schrittweise offener: Für Hersteller wird es einfacher, alternative Browser, Suchmaschinen und andere Dienste ohne zwingende Bindung an Google-Produkte anzubieten.
Gleichzeitig schafft dies einen Präzedenzfall für andere Länder und Regulierungsbehörden, die zunehmend versuchen, den Einfluss der größten Technologieunternehmen auf die digitalen Märkte einzuschränken.
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