Es ist rechtlich unmöglich, den Flughafen Ercan als Inlandsflughafen der Türkei einzustufen
Der Luftsicherheitsinspektor Birdal Cihangir hat eine ausführliche Analyse der jüngsten politischen Initiativen vorgelegt, den Flughafen Ercan (Nordzypern) in die Kategorie der Inlandsflüge der Türkei einzuordnen. Nach Einschätzung des Experten ist eine vollständige rechtliche Einstufung von Flügen nach Ercan als Inlandsflüge aus Sicht des internationalen Luftrechts, der ICAO-Vorschriften und des Grenzrechts de facto nicht umsetzbar. Dennoch kann die Türkei für diese Verbindung auf ihrem souveränen Gebiet eine besondere innerstaatliche finanzielle und steuerliche Regelung anwenden.
Rechtliche und technische Hürden des internationalen Rechts:
— Verstoß gegen das Chicagoer Abkommen. Nach dem grundlegenden Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt von 1944 (Artikel 10, 68 und ICAO-Anhang 15) veröffentlichen Staaten die Listen internationaler Flughäfen ausschließlich im Rahmen ihrer souveränen Gebiete. Die Bestimmung des Status durch eine einseitige Entscheidung ist mit den internationalen Mechanismen unvereinbar.
— Grenz- und Zollregime. Der Status eines Fluges wird nicht durch die kommerzielle Bezeichnung des Tickets bestimmt, sondern durch das Vorhandensein einer Staatsgrenze. Passagiere, die von der Türkei nach Ercan fliegen, müssen eine vollständige Pass- und Zollkontrolle sowie ein Ausreiseverfahren durchlaufen, was bei echten Inlandsflügen der Türkei vollständig fehlt.
— Besonderheit des Status von Ercan. Rechtlich liegt das internationale Vertretungsrecht über die gesamte Insel bei der Republik Zypern, die Ercan als geschlossenen und illegalen Einreisepunkt betrachtet. Die ICAO-Codes (LCEN) und IATA-Codes (ECN) werden technisch zur Gewährleistung der Sicherheit des realen Luftverkehrs verwendet, bedeuten jedoch keine rechtliche Anerkennung des Flughafens.
Möglicher Kompromiss über eine finanzielle Regelung:
Birdał Cihangir erläuterte, dass die Türkei statt einer Änderung des rechtlichen Status der Flüge die wirtschaftliche Komponente auf ihrem Gebiet anpassen könne:
— Senkung der Betriebskosten. Die türkischen Behörden sind berechtigt, die Tarife für Passagierabfertigung, Flughafengebühren, Abgaben und Steuern für Flüge nach Ercan den innerhalb der türkischen Provinzen geltenden Sätzen gleichzustellen. Der rechtliche Status des Fluges bleibt international, die Kosten der Fluggesellschaften würden jedoch sinken.
— Einfluss auf den Ticketpreis. Der Experte betonte, dass eine hypothetische Senkung der Steuern nicht automatisch günstigere Flugtickets für die Passagiere garantiert. Die Preisbildung auf der Strecke Türkei — Nordzypern wird vom Markt bestimmt: Die ganzjährige Auslastung der Maschinen übersteigt hier 80 %, und die hohe Nachfrage ermöglicht es den Unternehmen, steuerliche Erleichterungen zugunsten des eigenen Gewinns zu vereinnahmen.
Wege zur Lösung des Problems teurer Flüge:
Um den Bürgern der TRNZ erschwingliche Flugverbindungen zu sichern, reichen fiskalische Maßnahmen Ankaras allein nicht aus. Cihangir besteht auf der Notwendigkeit einer umfassenden staatlichen Politik:
— Entwicklung des Wettbewerbs. Ein tatsächlicher Preisrückgang ist nur möglich, wenn die Präsenz von Fluggesellschaften auf den Strecken ausgeweitet wird.
— Aufbau eines nationalen Carriers der neuen Generation. Die Behörden Nordzyperns sollten das Modell zur Gründung einer türkisch-zyprischen Fluggesellschaft überdenken. Ihr Ziel sollte nicht die direkte kommerzielle Konkurrenz mit privaten Giganten sein, sondern die Erfüllung einer sozialen Funktion — der Schutz des Rechts der Bürger auf Mobilität und die wirtschaftliche Ausbalancierung des Preisdrucks auf dem Markt.
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