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Nicht auf die Kündigung warten: Eine Business-Trainerin erklärt, was Sie in den nächsten 30 Tagen tun sollten, damit KI Sie nicht um Ihren Job bringt

05.07.2026 / 16:23
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Die Gespräche darüber, dass künstliche Intelligenz Millionen von Arbeitsplätzen wegnehmen wird, sind schon lange kein futuristisches Szenario mehr. Große Unternehmen bauen Personal ab und begründen dies immer häufiger mit Automatisierung, während generative KI nach und nach Aufgaben übernimmt, die noch vor Kurzem von Menschen erledigt wurden.

Vor diesem Hintergrund veröffentlichte die Executive Coach und Karrierecoachin Andrea Wasserman einen praktischen Leitfaden für alle, die befürchten, wegen KI ihren Job zu verlieren. Statt der üblichen Ratschläge im Stil von „Beschäftigen Sie sich mit neuronalen Netzen“ bietet sie einen konkreten Aktionsplan, der sich in nur einem Monat umsetzen lässt.

Panik ist die schlechteste Strategie

Laut Wasserman stellen sich die meisten Beschäftigten die falsche Frage: „Wird KI mich ersetzen?“

Viel sinnvoller ist es, sich anders zu fragen:

„Welche konkreten Aufgaben in meiner Arbeit können schon jetzt automatisiert werden?“

Berufe verschwinden nur selten vollständig. Viel häufiger übernimmt KI Routineaufgaben: das Erstellen von Entwürfen, Datenanalysen, das Schreiben von Berichten, die Verarbeitung von Informationen, das Verfassen von E-Mails und Präsentationen. Entscheidungen, Verhandlungen, die Führung von Menschen, strategisches Denken und die Verantwortung für das Ergebnis bleiben vorerst beim Menschen.

1. Finden Sie die Schwachstellen Ihres Berufs

Der erste Schritt besteht darin, die eigene Arbeit ehrlich nach Aufgaben zu zerlegen.

Erstellen Sie zwei Listen:

Prozesse, die automatisiert werden können;

Aufgaben, bei denen menschliche Erfahrung vorerst unverzichtbar bleibt.

Gerade die zweite Kategorie sollte stärker ausgebaut werden, während man die erste mit Hilfe von KI schneller erledigen lernt.

Experten weisen darauf hin, dass Arbeitgeber immer häufiger nicht das Arbeitsvolumen bewerten, sondern die Fähigkeit eines Mitarbeiters, moderne Werkzeuge zur Effizienzsteigerung zu nutzen.

2. Warten Sie nicht auf das Gespräch über eine Kündigung

Wasserman rät dazu, das Thema KI-Nutzung selbst mit der Führungskraft anzusprechen.

Fragen Sie nicht:

„Wollen Sie mich durch ein neuronales Netz ersetzen?“

Besser ist es, Ideen vorzuschlagen, wie künstliche Intelligenz die Arbeit des gesamten Teams beschleunigen kann, ohne Mitarbeiter abzubauen.

Ein solcher Ansatz zeigt Eigeninitiative und macht aus Ihnen nicht jemanden, der ersetzt werden könnte, sondern jemanden, der dem Unternehmen hilft, neue Technologien einzuführen.

3. Zeigen Sie, dass genau Sie dem Unternehmen Geld einbringen

Einer der wichtigsten Gedanken des Artikels ist, dass Beschäftigte lernen müssen, ihre Arbeit mit den Geschäftsergebnissen zu verknüpfen.

Wenn Sie im Marketing arbeiten, zeigen Sie den Einfluss Ihrer Maßnahmen auf den Umsatz.

Wenn Sie Analyst sind, erklären Sie, welche Entscheidungen dank Ihrer Erkenntnisse getroffen werden.

Wenn Sie Manager sind, demonstrieren Sie, wie Ihre Arbeit hilft, Kunden zu halten oder Kosten zu senken.

Je offensichtlicher Ihr Nutzen für das Unternehmen ist, desto schwerer ist es, Sie durch einen Algorithmus zu ersetzen.

4. Nutzen Sie KI früher als andere

Der praktischste Rat ist, schon jetzt zu experimentieren.

Zum Beispiel:

ChatGPT bitten, einen ersten Entwurf eines Berichts zu erstellen;

das Ergebnis mit der eigenen Arbeit vergleichen;

wiederkehrende Aufgaben automatisieren;

Vorlagen für Anfragen (Prompts) erstellen, die dem ganzen Team Zeit sparen.

Wichtig ist aber nicht nur, das neuronale Netz zu nutzen, sondern der Führung auch ein konkretes Ergebnis zu zeigen:

wie viel Zeit eingespart wurde;

wie sich die Qualität der Arbeit verbessert hat;

welche neuen Möglichkeiten sich dadurch eröffnet haben.

Genau solche Mitarbeiter werden für Arbeitgeber heute am wertvollsten.

5. Lassen Sie sich von Angst nicht lähmen

Die Flut an Nachrichten über Massenentlassungen kann tatsächlich Besorgnis auslösen.

Wasserman betont jedoch: Sorgen verändern an sich nichts.

Viel sinnvoller ist es, diese Zeit in das Erlernen neuer Werkzeuge, das Testen von KI und die Entwicklung von Fähigkeiten zu investieren, die sich noch nicht vollständig automatisieren lassen: Kommunikation, Führung, kritisches Denken und Entscheidungsfindung.

Was andere Experten sagen

Die Meinungen der Fachleute gehen nur in Bezug auf die Geschwindigkeit der Veränderungen auseinander, nicht aber in der grundsätzlichen Richtung.

Goldman-Sachs-Chefökonom Joseph Briggs geht davon aus, dass in den USA mit der Verbreitung von KI rund 15 Millionen Arbeitsplätze verdrängt werden könnten. Zugleich betont er, dass technologische Revolutionen historisch gesehen stets alte Berufe zerstört und neue geschaffen haben.

Andere Forscher, darunter Experten von McKinsey, weisen darauf hin, dass KI heute vor allem einzelne Aufgaben automatisiert und nicht ganze Berufe. Das bedeutet: Der wichtigste Wettbewerbsvorteil ist nicht die Ablehnung von neuronalen Netzen, sondern die Fähigkeit, sie besser als andere zu nutzen.

Fazit

Die zentrale Botschaft von Andrea Wasserman ist einfach: KI wird Ihren Beruf nicht unbedingt ersetzen, aber sie wird ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit verändern.

Gewinner der neuen Ära werden nicht diejenigen sein, die den Technologien Widerstand leisten, und auch nicht diejenigen, die sich vollständig auf neuronale Netze verlassen, sondern Mitarbeiter, die künstliche Intelligenz mit menschlichen Fähigkeiten verbinden können — Erfahrung, Verantwortung, Kreativität und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.

Vor einigen Jahren schienen Ratschläge dazu, wie man seinen Job wegen künstlicher Intelligenz nicht verliert, noch wie Science-Fiction. Heute ist das bereits ein ganz praktischer Leitfaden für Millionen von Büroangestellten weltweit.

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