Nikosia, CY
26°C
9.3 m/s
53%

Psychologen der TRNZ: Die Reaktion auf die Tragödie vor Girne ist kein Zeichen von Schwäche

04.09.2026 / 12:40
News Category

Die Arbeitsgruppe für Trauma, Katastrophen und Krisen in Nordzypern hat nach dem Schiffsunglück vor Girne am 30. August ein Bulletin mit Empfehlungen für die Bevölkerung veröffentlicht. Die Fachleute betonen: Die emotionale Reaktion auf das Geschehene ist eine normale Reaktion auf ein kollektives Trauma und kein Zeichen von Schwäche.

Psychologen der TRNZ: Die Reaktion auf die Tragödie vor Girne ist kein Zeichen von Schwäche

Die Gruppe rät, den Konsum von Nachrichten und sozialen Medien einzuschränken: Die wiederholte Beschäftigung mit denselben Bildern und Meldungen verstärkt die Angst. Stattdessen wird empfohlen, den gewohnten Tagesablauf beizubehalten, den Kontakt zu Angehörigen zu pflegen und nicht allein zu bleiben.

Ein eigener Abschnitt der Empfehlungen widmet sich Kindern und ist nach Altersgruppen gegliedert. Kinder unter 5 Jahren sollten die Fachleute zufolge von Bildern und Nachrichten über den Vorfall ferngehalten werden; außerdem sollte das Geschehene in ihrer Gegenwart nicht besprochen und der gewohnte Tagesablauf beibehalten werden. Mit Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren sollte besprochen werden, was sie bereits gehört haben, wobei die Antworten kurz und altersgerecht ausfallen sollten; zudem sollte der Zugang zu Nachrichtenfeeds eingeschränkt werden. Jugendlichen ab 12 Jahren wird empfohlen, Informationen gemeinsam zu besprechen, die Zuverlässigkeit von Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken einzuschätzen und belastende Bilder nicht weiterzuverbreiten.

Für ältere Menschen empfiehlt die Gruppe regelmäßigen Kontakt und konkrete statt allgemeiner Fragen, einen ruhigen Zugang zu verlässlichen Informationen sowie Unterstützung bei den täglichen Gewohnheiten – Schlaf, Ernährung, Medikamenteneinnahme und Bewegung. Dabei sollte der älteren Person das Recht belassen werden, selbst Entscheidungen zu treffen.

Im Bulletin wird betont, dass die Fürsorge innerhalb der Gemeinschaft, verlässliche Informationen, stabile Beziehungen und Solidarität in einer schwierigen Zeit wichtige Schutzressourcen bleiben.

Kommentare (0)