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Die EU ändert die Spielregeln: Ein altes Auto ist nicht mehr nur Schrott

15.08.2026 / 10:51
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Die EU ändert die Spielregeln: Ein altes Auto ist nicht mehr nur Schrott

Heute ist in der Europäischen Union eine neue Verordnung über Fahrzeuge in Kraft getreten, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Sie ändert die Regeln für die Konstruktion, Reparatur, Demontage und Verwertung von Fahrzeugen und wird den Markt für Gebrauchtwagen und Ersatzteile schrittweise beeinflussen.

Jedes Jahr werden in Europa zwischen 10 und 12 Millionen Fahrzeuge ausgemustert. Nun will die EU erreichen, dass möglichst wenig wertvolle Rohstoffe daraus verloren gehen.

Autos müssen mit Blick auf ihr «zweites Leben» konstruiert werden

Die neue Verordnung ersetzt die seit Anfang der 2000er-Jahre geltenden Vorschriften und gilt im Gegensatz zu den früheren Richtlinien unmittelbar in allen EU-Ländern.

Die Regeln gelten nicht nur für Pkw, sondern auch für Lastwagen, Busse und Motorräder.

Die Hersteller müssen Fahrzeuge so konstruieren, dass sich Teile und Baugruppen leichter ausbauen und ersetzen lassen, und außerdem Anleitungen für deren Demontage veröffentlichen.

Das Auto wird damit faktisch von einem Einwegprodukt zu einer Quelle künftiger Ersatzteile und Rohstoffe.

Die Hersteller zahlen für die Verwertung ihrer Fahrzeuge

Die Unternehmen müssen sich an der Finanzierung der Sammlung und Verwertung der Fahrzeuge beteiligen, die sie einst verkauft haben. Dies soll die Hersteller dazu bewegen, besser reparierbare Fahrzeuge zu entwickeln.

Gleichzeitig verschärft die EU die Kontrolle darüber, welche Fahrzeuge tatsächlich Gebrauchtwagen sind und welche bereits zu Schrott geworden sind.

Besonderes Augenmerk gilt der Rückgewinnung von Aluminium, Kupfer und seltenen Erden. Für die EU ist das längst nicht mehr nur eine ökologische, sondern auch eine industriepolitische Aufgabe: Sekundärrohstoffe helfen, die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten zu verringern.

Neue Fahrzeuge werden mehr recycelten Kunststoff enthalten

Ab 2032 muss ein neues Fahrzeug mindestens 15 % recycelten Kunststoff enthalten, ab 2036 — 25 %.

Die Anforderungen an recycelten Stahl und Aluminium sollen ab 2033 gelten.

Damit wird das alte Auto schrittweise zu einem Rohstoff für ein neues.

Die Europäische Kommission betont, dass es nicht nur um die Verwertung von Abfällen geht, sondern auch darum, kritische Ressourcen innerhalb der EU zu erhalten.

Ab 2031 dürfen nicht fahrbereite Fahrzeuge nicht einfach aus der EU ausgeführt werden

Ab Mitte 2031 dürfen nur noch betriebsfähige Fahrzeuge aus der Europäischen Union exportiert werden.

Damit soll ein Verfahren unterbunden werden, bei dem tatsächlicher Schrott unter dem Deckmantel von Gebrauchtwagen in andere Länder gebracht wurde und das Entsorgungsproblem dort zurückblieb.

Was ändert sich für Autobesitzer auf Zypern?

Für Zypern sind die neuen Regeln besonders relevant: Die Insel ist stark vom Gebrauchtwagenmarkt abhängig.

Von Januar bis Juli 2026 wurden hier 26.841 Pkw zugelassen, davon waren 18.227 oder 67,9 % Gebrauchtwagen. Der gesamte Pkw-Bestand beträgt mehr als 750.000 Fahrzeuge.

In den kommenden Jahren wird sich für die Besitzer grundsätzlich nichts ändern: Ein Fahrzeug, das das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, muss weiterhin bei einer lizenzierten Annahmestelle abgegeben und eine Verwertungsbescheinigung eingeholt werden.

Die wichtigsten Folgen werden sich später zeigen — über Preise und den Markt.

Die Hersteller werden die Kosten der künftigen Verwertung in den Preis neuer Fahrzeuge einrechnen. Gleichzeitig könnten die neuen Regeln den Markt für gebrauchte Ersatzteile stärken: Je leichter sich ein Fahrzeug zerlegen lässt, desto mehr seiner Komponenten können wieder in den Kreislauf gelangen.

Die Hauptidee der Reform ist einfach: Ein Auto soll nicht sofort zu Abfall werden, sobald es nicht mehr fährt.

Seine Teile, Metalle und Materialien sollen weiter genutzt werden — möglichst bereits im nächsten Fahrzeug.

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