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Fische vor der Küste Zyperns sind mit Mikroplastik belastet

12.06.2026 / 17:48
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Das Mittelmeer, das Millionen von Menschen ernährt und eine der wichtigsten Naturattraktionen Zyperns bleibt, leidet immer stärker unter der Verschmutzung durch Plastik. Neue wissenschaftliche Untersuchungen haben einen beunruhigenden Trend gezeigt: Mikroplastikpartikel werden nicht nur im Meerwasser, sondern auch in den Fischen nachgewiesen, die die Inselbewohner regelmäßig verzehren. Wissenschaftler warnen, dass das Problem nicht mehr ausschließlich ökologischer Natur ist — es steht nun direkt mit der Ernährungssicherheit und der menschlichen Gesundheit in Zusammenhang.

Was ist Mikroplastik und warum ist es gefährlich

Als Mikroplastik bezeichnet man Kunststoffpartikel mit einer Größe von weniger als fünf Millimetern. Sie entstehen durch den Zerfall von Flaschen, Tüten, Fischernetzen, Autoreifen, synthetischer Kleidung und anderen Kunststoffprodukten. Gelangen diese Partikel ins Meer, bauen sie sich dort praktisch nicht ab und reichern sich allmählich in der Meeresumwelt an.

Das Mittelmeer gilt als eines der weltweit am stärksten mit Plastik verschmutzten Meeresgebiete. Aufgrund des geschlossenen Charakters des Beckens und der hohen Bevölkerungsdichte an den Küsten bleibt Plastik hier deutlich länger erhalten als im offenen Ozean. Forscher bezeichnen einige Regionen des Mittelmeers bereits als regelrechte «Mikroplastik-Suppe».

Was vor der Küste Zyperns gefunden wurde

Die größte Resonanz löste eine in der Zeitschrift Marine Pollution Bulletin veröffentlichte Studie aus. Wissenschaftler untersuchten Meerwasser, Sedimente und Fische in mehreren Gebieten an der Nordküste Zyperns. Die Ergebnisse waren äußerst beunruhigend.

Die Fachleute fanden heraus, dass die höchsten Konzentrationen von Mikroplastik in Fischen in den Regionen Kyrenia und Famagusta festgestellt wurden. Genau dort entdeckten die Forscher die größte Menge verschluckter Kunststoffpartikel im Magen-Darm-Trakt von Meerestieren.

Besonders belastet waren Arten wie Seehecht, Rotfeuerfisch und Sardinella. Dabei wurden Kunststoffpartikel nicht nur im Verdauungssystem, sondern auch im Muskelgewebe einiger Fisch- und Rochenarten nachgewiesen.

Die Analyse zeigte, dass der Großteil des gefundenen Mikroplastiks aus Polyethylen und Polypropylen besteht — Materialien, aus denen Tüten, Verpackungen und Einwegprodukte hergestellt werden.

Die Verschmutzung breitet sich über die gesamte Insel aus

Das Problem betrifft nicht nur einzelne Küstenabschnitte. Eine neue, 2026 veröffentlichte Studie lieferte erstmals eine umfassende Bewertung der Plastikverschmutzung entlang der Küstenlinie der Republik Zypern. Wissenschaftler ermittelten eine durchschnittliche Konzentration von etwa 336 Mikroplastikpartikeln pro Quadratmeter der Strände der Insel. Die Studie zeigte, dass die Verteilung der Verschmutzung von Meeresströmungen, der Form der Küste und den Wetterbedingungen abhängt.

Nach Angaben der Forscher stammt ein Teil des Abfalls vom Land, ein erheblicher Anteil wird jedoch durch Meeresströmungen aus anderen Teilen des Mittelmeers herangetragen. Das bedeutet, dass selbst wirksame Maßnahmen innerhalb des Landes das Problem ohne internationale Zusammenarbeit nicht vollständig lösen können.

Mikroplastik ist bereits in die Nahrungskette eingedrungen

Bereits 2021 stellten Fachleute des Departements für Fischerei und Meeresforschung das Vorhandensein von Mikroplastik im Zooplankton des östlichen Mittelmeers fest. Das ist besonders wichtig, da Zooplankton die Grundlage der marinen Nahrungskette bildet. Gelangt Plastik in die Organismen der kleinsten Meereslebewesen, wird es anschließend an Fische, Muscheln und andere Meeresbewohner weitergegeben.

Zusätzliche Besorgnis lösen Studien aus, die zeigen, dass Mikroplastik Bakterien, chemische Schadstoffe und sogar potenziell gefährliche Mikroorganismen transportieren kann. Wissenschaftler betrachten Kunststoffpartikel als eine Art «Transportmittel» für Schadstoffe, die sich in marinen Ökosystemen ausbreiten.

Besteht eine Gefahr für den Menschen?

Derzeit verfügen Wissenschaftler nicht über eindeutige Belege dafür, dass der Verzehr von Fisch mit Mikroplastik beim Menschen bestimmte Krankheiten verursacht. Fachleute sind sich jedoch einig, dass die langfristigen Folgen bislang nicht ausreichend erforscht sind.

Die Hauptsorgen beziehen sich weniger auf den Kunststoff selbst als auf die chemischen Stoffe und Schadstoffe, die sich an seiner Oberfläche anlagern können. Außerdem kann Mikroplastik in das Gewebe mariner Organismen eindringen und sich allmählich entlang der Nahrungskette bewegen.

Was jetzt schon getan werden kann

Umweltschützer betonen, dass der Kampf gegen Mikroplastik nicht im Meer, sondern an Land beginnt. Die Reduzierung des Gebrauchs von Einwegplastik, die richtige Entsorgung von Abfällen, der Verzicht auf überflüssige Verpackungen und die Teilnahme an Strandreinigungen können das Ausmaß der Verschmutzung erheblich verringern.

Für die Inselbewohner hat das Problem besondere Bedeutung. Die Wirtschaft der Insel hängt in hohem Maße vom Tourismus, vom Fischfang und von der Attraktivität der Meeresumwelt ab. Sollte die Verschmutzung weiter in dem bisherigen Tempo zunehmen, könnten die Folgen nicht nur das Ökosystem, sondern auch die wichtigsten Wirtschaftssektoren betreffen.

Heute ist Mikroplastik bereits Teil einer neuen ökologischen Realität des Mittelmeers. Und obwohl die Strände Zyperns weiterhin zu den schönsten der Region gehören, zeigen die Untersuchungen: Die für das Auge unsichtbare Plastikgefahr sammelt sich weiterhin im Wasser, in den Sedimenten und in den Meeresbewohnern an. Die Frage ist nun nicht mehr, ob es ein Problem gibt, sondern wie schnell es sich stoppen lässt.

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