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Der zyprische Immobilienmarkt bricht Rekorde. Warum Wohnen trotz Krisen weiter teurer wird

10.07.2026 / 09:45
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Der Markt trotzt allem

Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit erlebt der zyprische Immobilienmarkt die beste Phase seit 2007.

Die größte Überraschung: Er wird nicht nur von ausländischen Investoren getragen. Selbst in der teuersten Stadt des Landes, Limassol, sind die meisten Käufer Zyprioten. Im Juni wurden dort 727 Transaktionen registriert, von denen nur etwa ein Drittel auf Ausländer entfiel. Das widerlegt die verbreitete Annahme, der Markt lebe ausschließlich vom ausländischen Kapital.

Der Juni wurde rekordverdächtig

Im Juni wurden auf Zypern 1964 Kauf- und Verkaufstransaktionen registriert — 27% mehr als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr stiegen die Verkäufe um 15% und übertrafen die Marke von 10.000 Objekten.

Das stärkste Wachstum verzeichnete Limassol — um satte 64%. Paphos legte um 28% zu, Nikosia um 10%, Larnaka um 6%. Nur Famagusta schloss den Monat mit einem leichten Rückgang ab.

Fachleute mahnen allerdings, die Junizahlen nicht zu überschätzen. Ein Teil der Transaktionen könnte mit Verzögerung registriert worden sein, deshalb ist es richtiger, die Ergebnisse des gesamten Halbjahres zu bewerten. Und diese bestätigen: Der Markt wächst bereits seit fünf Jahren in Folge stetig.

Wer heute Immobilien kauft

Ausländer investieren weiterhin aktiv in zyprische Immobilien. Im Juni erwarben sie 816 Objekte — 41,5% aller Transaktionen, während ihr Anteil vor einem Jahr bei 37% lag.

Dennoch werden die meisten Käufe weiterhin von Zyprioten getätigt. Gerade die Kombination aus inländischer Nachfrage und dem Interesse ausländischer Investoren sorgt für die derzeitige Stabilität des Marktes. Dabei bleibt Paphos das wichtigste Zentrum der ausländischen Nachfrage, während Limassol die Wirtschaftsmetropole der Insel ist.

Warum Wohnen teurer wird

Der Grund ist einfach: Es gibt mehr Käufer, und billiger bauen lässt sich nicht.

  • Laut Eurostat sind die Wohnimmobilienpreise um 3,8% gestiegen.
  • Gleichzeitig verteuert sich das Bauen — die Kosten für Materialien, Arbeitskräfte und Produktion steigen.

Diese Ausgaben schlagen unweigerlich auf die Preise neuer Objekte durch. Nach Einschätzung der Zentralbank von Zypern werden die hohe Nachfrage und die steigenden Baukosten auch künftig die wichtigsten Faktoren für weitere Preissteigerungen bleiben.

Die größte Herausforderung

Die Kehrseite des Immobilienbooms ist ein rascher Rückgang der Erschwinglichkeit von Wohnraum für die Zyprioten selbst. Experten warnen: Wenn das Angebot an neuem Wohnraum nicht schneller wächst, werden die Preise weiter steigen, und der Erwerb einer eigenen Immobilie wird noch schwieriger.

Im Herbst sind neue Einschränkungen möglich

Bereits im September wird das zyprische Parlament einen Gesetzentwurf beraten, der die Regeln für den Immobilienkauf durch Bürger aus Drittstaaten verschärft. Es geht nicht um ein Verbot, sondern um zusätzliche Beschränkungen beim Erwerb von landwirtschaftlichen Flächen, Objekten in Naturschutzgebieten und in der Nähe strategischer Infrastruktur sowie um eine verstärkte Kontrolle von Unternehmensgeschäften.

Wie geht es weiter?

Heute gehört zyprische Immobilien zu den widerstandsfähigsten in Europa. Die entscheidende Frage ist jedoch nicht mehr, ob das Wachstum anhält, sondern ob es gelingt, ein Gleichgewicht zwischen den Interessen der Investoren und der Erschwinglichkeit von Wohnraum für die Inselbewohner zu wahren. Davon wird die weitere Entwicklung des Marktes abhängen.

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